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Löwenzahn - Gesundes Wildkraut

von Andreas Binninger

Die Pusteblume, der reife Fruchtstand des Löwenzahns, ist ein Spaß für Jung und Alt.
Das Wildkraut aus der Familie der Korbblütler hat auch als Lebensmittel und Heilpflanze eine Bedeutung. Löwenzahn, ursprünglich in Europa und Westasien beheimatet, ist inzwischen auf der gesamten Nordhalbkugel anzutreffen. In Mitteleuropa finden wir ihn auf vielen Wiesen, an Wegesrändern, auf steinigen Böden, sogar in Mauerritzen und zwischen den Steinplatten von Gehwegen.

Die jungen Blätter schmecken nur leicht bitter und können wie die Wurzeln als Salat gegessen werden. Löwenzahn enthält, typisch für viele Korbblütler, Inulin, eine Art Stärke. Dieser Mehrfachzucker hat präbiotische Eigenschaften, das heißt, er fördert die Ansiedlung gesunder Darmbakterien. Eine gestörte Darmflora kann die Ursache für Verdauungsstörungen wie Blähungen, Verstopfung und Durchfall sein. Durch Inulin können sich diese Symptome wieder bessern. Inulin ist auch für Diabetiker geeignet, da es keinen Einfluss auf den Insulinspiegel hat.
Im Herbst ist der Inulingehalt in den Löwenzahnwurzeln am höchsten. Die zu dieser Jahreszeit gesammelten Wurzeln können geröstet als coffeinfreier Kaffeeersatz eingesetzt werden.

Für die Verwendung als Heilpflanze, sind vor allem die enthaltenen Bitterstoffe des Löwenzahns verantwortlich. Sie wirken appetitanregend und fördern mild den Gallenfluss. Darüber hinaus wirkt die Pflanze, vermutlich aufgrund ihres Kaliumgehaltes, leicht harntreibend. Traditionell wird Löwenzahn daher zur Stoffwechselanregung, als sogenanntes „Blutreinigungsmittel“, bei Appetitlosigkeit und bei Fettverdauungsstörungen angewandt. Verwendet werden neben Tee aus getrockneten Blättern und Wurzeln auch Preßsäfte aus frischen Pflanzen.

Mein Tipp: Die milde und verträgliche Wirkung des Löwenzahns eignet sich sehr gut zur regelmäßigen Anwendung bei Fettverdauungsstörungen. Aber auch gezielt vor Feierlichkeiten, ausgedehnten oder schweren, fettreichen Mahlzeiten ist die Pflanze immer eine Empfehlung wert. Wegen seiner leicht entwässernden Wirkung, solltest Du jedoch vorsichtig sein, wenn Du vom Arzt entwässernde Arzneimittel verschrieben bekommen hast oder so genannte Herzglykoside (z.B. Digitalis) nimmst. Hier kann es bei hoher Dosierung zu Wechselwirkungen kommen.

Herzlichst Euer Apotheker Andreas Binninger